Interview mit MakeUp Artistin Christine Raab

Christine Raab

Heute möchte ich euch die MakeUp Artistin und Bloggerin Christine Raab vorstellen. Wir haben uns schon vor einigen Jahren kennen gelernt und obwohl wir uns erst einmal persönlich getroffen haben sind wir in Kontakt geblieben. Ich bin immer wieder beeindruckt von Christines Lebensweg. Zuerst hat Sie den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sich dann durch die Brustkrebs Erkrankung gekämpft.

Dank ihres Lebensgefährten Timo Raab, der als Fotograf tätig ist, hat Sie einen starken Rückhalt und kann sicher einigen als gutes Vorbild dienen. Für mich ist Sie das zumindest in so mancher Situation gewesen!

In diesem Video stellt sich Christine am Besten selbst kurz vor 🙂

Ich freue mich sehr, dass Christine sich die Zeit genommen hat, ein paar Fragen zu beantworten:

Liebe Christine du hast dich vor einiger Zeit als MakeUp Artistin selbstständig gemacht. Wie bist du aus die Idee gekommen? 

Das war eigentlich mehr durch Zufall und gar nicht direkt so geplant. Da mein jetziger Mann Timo damals schon hobbymäßig fotografiert hat blieb es nicht aus selbst das ein oder andere Mal vor der Kamera zu landen. Dann wollte ich einfach mich selbst besser schminken können und dachte ich könnte eben die Ausbildung zum Make-Up Artist machen. Grundsätzlich möchte ich alles was ich gerne mache auch richtig können und habe deshalb schon einige Aus- und Fortbildungen gemacht. Damals habe ich z.B. neben  meinem Hauptberuf als Erzieherin nebenher im Kleingewerbe Wellnessmassagen gegeben und dachte so könnte ich das dann auch mit dem Make-Up machen. Und so kam dann eins zum anderen.

Du hast auf deiner Homepage auch einen Shop in dem man die von dir verwendeten Produkte kaufen kann. Ich habe gesehen, dass du sehr viel wert auf Naturprodukte legst. Worauf achtest du bei der Auswahl? Wieso bist du von den Standard Produkten abgekommen? 

Durch meine Brustkrebserkrankung im November 2014 habe ich mich während der folgenden Behandlungszeit mit Chemotherapie usw. sehr viel mit den Inhaltsstoffen von Kosmetikprodukten beschäftigt und war ziemlich erschrocken was man sich tagtäglich alles auf die Haut schmiert. Da ich schon immer ein bisschen Öko-Mädchen war habe ich dann konsequent im privaten Bereich auf Naturkosmetik umgestellt und so war es für mich ein logischer Schritt das dann auch im beruflichen Bereich zu machen. Neben den eigentlichen Inhaltsstoffen ist mir auch ein gewisser Nachhaltigkeitsgedanke wichtig, die Produktion und die Philosophie der Firmen, deren Produkte ich verkaufe. Mir ist es sehr wichtig nur Dinge zu verkaufen von denen ich selbst absolut überzeugt bin!

Gemeinsam mit deinem Lebensgefährten Timo, der als Fotograf arbeitet, bist du auf vielen Hochzeiten im Einsatz. Welche Momente sind für dich besonders schön?

Zum einen ist es einfach toll mit Menschen zu arbeiten, das ist wohl der rote Faden der sich durch alle meine Tätigkeiten zieht. Ich mag es gerne Menschen ein gutes Gefühl zu verschaffen und an der Hochzeit heißt das: Die Braut so zu schminken und frisieren, dass sie sich selbst noch wieder erkennt und sich wunderschön fühlt. Aber insgesamt ist es einfach toll ein Teil dieses wunderschönen Tages zu sein und so viel Liebe im Leben zu spüren.

Eine private Frage (wenn du diese beantworten möchtest)

Du selbst hast vor kurzem nach der standesamtlichen Hochzeit noch einmal geheiratet und ihr habt euch für eine freie Trau- Rednerin entschieden, von der du begeistert erzählt hast. Wie kam es dazu?

Simone, unsere Rednerin, kennen wir schon seit einiger Zeit und Timo hat sie als Fotograf schon öfter auf Hochzeiten gehört. Sie ist einfach die Beste und so kam für uns im Grunde keine andere in Frage. Wir sind sehr glücklich, dass Simone das möglich gemacht hat. Eine freie Trauung ist ja noch nicht so bekannt. Es ist aber einfach wunderschön weil die ganze Zeremonie viel persönlicher gestaltet werden kann wie beispielsweise in der Kirche. Wir haben beide keinen besonderen Bezug zur Kirche und ich fände es fast heuchlerisch nur deshalb in der Kirche zu heiraten weil ich gerne den Mittelgang entlang schreiten möchte. Für unsere Trauung haben wir uns mehrmals für einige Stunden mit Simone getroffen und am Ende war die ganze Zeremonie absolut persönlich, einmalig und wunderschön.

Du bist gelernte Erzieherin, hast früher regelmäßig Schwimmunterricht gegeben und machst nun eine Ausbildung als Yoga Lehrerin. Wie hast du deine Fähigkeit zum Unterrichten entdeckt? Was macht die besonders Spaß daran? 

Speziell entdeckt habe ich das eigentlich nicht. Irgendwie wusste ich früher so gar nicht was ich mal machen möchte und kam wahrscheinlich nur durch mein ausgeprägtes Kelly Family Fan – Dasein zum Beruf als Erzieherin. Weil ich es einfach schön fand mit vielen Kindern zu tun zu haben und mit ihnen gemeinsam die Welt zu entdecken. Ich glaube das ist es dann auch was mich grundsätzlich etwas ausmacht. Ich möchte nicht von oben herab wissen in andere stecken, sondern sehe das eher nach dem Maria Montessori Prinzip: Hilf mir es selbst zu tun. Für mich sind Kinder und auch Erwachsene selbstständige Personen, die oft nur Unterstützung brauchen oder selbst erst erkennen müssen was sie eigentlich schon können. Und es ist nicht alles nur nach Schema F richtig.

Die Diagnose der Brustkrebs Erkrankung ist für jede Frau ein schwerer Einschnitt, du hast deine Familie, Freunde und auch fremde Menschen über deinen Youtube Kanal und deinen Blog an dieser Lebensphase teilhaben lassen. Wie kam es zu diesem Schritt? 

Das war eigentlich eine ziemlich egoistische Idee und ich hätte nie gedacht, dass das alles solche Ausmaße annimmt. Mein Gedanke war einfach möglichst viele Menschen und Kunden zu erreichen und somit alle von Anfang an offen zu informieren. Ich wollte nicht, dass mich jemand in der Stadt mit Glatze sieht und sich nicht traut mich anzusprechen, weil sie denken ich sei kurz vorm Sterben. Auch zukünftige Bräute könnten sich ja Sorgen machen ob ich ihre Hochzeit überhaupt noch erlebe. Und meine Eltern von den Schwimmkurskindern mussten sich ja über kurz oder lang mit einem anderen Schwimmlehrer anfreunden, weil ich während der Chemozeit keine Kinderbetreuung machen durfte. Also dachte ich mir so ist es kurz und schmerzlos, alle wissen woran sie sind und wir können dann ganz offen über alles reden. Hat gut geklappt.

Was an deinem Leben hat sich durch die Diagnose geändert?

Hmm, das ist eine schwierige Frage. Ich glaube am meisten und nachhaltigsten hat sich für mich geändert, dass ich bewusster meine Tage plane. Da gehört für mich auch dazu gezielte Pausen einzuplanen (und auch einzuhalten). Beruflich haben sich meine Produkte verändert und ich habe in der Chemozeit beschlossen einen eigenen Online Shop zu eröffnen. Außerdem hatte ich in der Reha die Erkenntnis, dass ich eine Yoga Lehrer Ausbildung machen möchte und zwar in erster Linie einfach nur für mich, um mir für mich Zeit zu nehmen und mir Gutes zu tun.

Im sozialen Bereich hat sich geändert, dass ich egoistischer geworden bin. Wenn Menschen es nie schaffen sich Zeit für mich zu nehmen muss ich nicht alle Hebel in Bewegung setzen um denen zu helfen.

Die Medienwelt ist ja sehr oberflächlich. Ohne Photoshop und Retusche werden kaum Fotos veröffentlicht. In der letzten Zeit gibt es viele prominente Frauen die ganz natürliche Fotos veröffentlichen. Wie stehst du dazu? 

Ich finde den Trend super! Natürlich ist Schönheit in meinem Leben ein großes Thema, einfach durch den Beruf, und es ist wunderbar sich selbst und andere verschönern zu können, bzw. ein gutes Gefühl zu haben weil man sich selbst schöner fühlt. Gerade in meiner Chemozeit war ich dafür ja das beste Beispiel wie sehr Make-Up das eigene Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein steigern kann. Trotzdem finde ich, dass wahre Schönheit von innen kommt und jede/r sollte sich ungeschminkt zeigen können ohne sich dabei schlecht zu fühlen! Schön, dass man es kann (gefühlt schöner aussehen mit Schminke) aber es sollte kein Muss sein.

In den letzten Jahren schießen Beauty- und Modeblogger wie Pilze aus dem Boden, wie schafft man es sich von der Masse abzusetzen. Wenn man selbstständig tätig ist, dann ist man ja gezwungen sich gegen andere Durchzusetzen.

Grundsätzlich mag ich den Gedanken von Kollegen lieber wie von Konkurrenten. Da geht es schon mal los, dass mit einer guten Zusammenarbeit alle mehr erreichen können. Meinen Blog gestalte ich so, dass ich über Dinge berichte die ich selbst toll finde. Mir selbst ist es wichtig authentisch zu sein und ich glaube das merken die Leser oder YouTube Zuschauer. Ich möchte keine gekaufte Meinung wieder geben sondern genieße es, dass mir meine Selbstständigkeit ermöglicht das zu tun was ich möchte. Es heißt ja oft, dass man Experte in seinem Gebiet sein soll. Das ist sicherlich sinnvoll sich gut mit den eigenen Themen auszukennen. Allerdings kann man natürlich auch mehrere Themen gut finden und sich damit auskennen – was ja bei mir der Fall ist. Neben der Schönheit ist ja auch Gesundheit und Wohlbefinden ein Thema was mir sehr am Herzen liegt.

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One Reply to “Interview mit MakeUp Artistin Christine Raab”

  1. Vielen Dank liebe Ariane, dass ich ein Teil deines Blogs sein darf. Ich freue mich sehr über deine lieben Worte! 🙂

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