Tiemo Hauer – Mannheim „Alte Seilerei“ + INTERVIEW

Wahnsinns Abend!  20200km – das 36. Konzert von Tiemo Hauer & Band 😀

Kurz vor 19 Uhr kam ich an der „Alten Seilerei“ in Mannheim an. Vor dem Konzert durfte ich Tiemo im Backstageraum der Kids of Adelaide ein paar Fragen stellen. Ich war sooooooooooo unglaublich aufgeregt, ich wäre am liebsten weggelaufen… Es ist mit Sicherheit kein journalistisches Meisterwerk geworden… 

Kritische Selbstanalyse: Zu viel „Ähm“, verwirrendes Fragenchaos, dass keinen Gesprächsfaden erkennen lässt. 

Was war die Idee zum Musikvideo „Warum“? Was soll das Video aussagen?

Ich muss selbst überlegen, weil ich das Video schon so lange nicht mehr angeschaut habe. Der Grundgedanke war erstmal, dass die Hauptperson – dieses Mädchen – nicht frei lebt; nicht ihren Spaß hat und immer nur geradeaus läuft. Deshalb dieser komische Feldweg. Während Sie da entlang läuft, denkt sie darüber nach, auf was Sie wert legt und auf was nicht. Und dann denkt Sie an ihre ganzen Freunde, die dann nach und nach auftauchen. Der Gedanke war, dass die da nicht wirklich mitlaufen, sondern Sie sich das nur einbildet. Sie sich dann aber fallen lässt und dadurch dass diese Leute nicht wirklich da sind, weil Sie es nicht wirklich zu schätzen wusste. Diese Situation in der Alle zusammen feiern, passiert nur in ihrem Kopf, denn Sie hat in Wirklichkeit niemanden der Sie auffängt.

Also, das war der Grundgedanke. Ich habs jetzt ziemlich kompliziert erklärt.


(Technik versagt – Batterie alle :-/  – schnell auswechseln und weiter gehts)

Wie bist du zu deinen Bandmitgliedern gekommen?

Ganz am Anfang – mit dem Franz hab ich schon mal in einer Band gespielt – aber ewig her. Dann hab ich nach einem Keyboarder gesucht. Mit dem ersten Keyboarder, dem Heiko, war ich in einer Klasse. Der hat zu ideser Zeit mit dem Franz, dem Matze und dem Benni in einer Band gespielt. Die habe ich dann sozusagen komplett adoptiert. Irgendwann hat dann Heiko gewechselt, weil er etwas anderes machen wollte und keine Zeit mehr für die Musik hatte. Dafür kam dann Marcel, den kannte ich halt vom Studio, in dem wir die Alben gemacht haben. Irgendwann hat Benni, dass zeitlich nicht mehr stemmen können und dann kam Tilmann, den hat uns Benni empfohlen.

Was macht der Benni jetzt?

Der Benni gibt hauptsächlich Schlagzeug unterricht und studiert…

Thema Bühnenoutfits… Darf sich die jeder selbst aussuchen, oder sprecht ihr euch da ab?

Die darf sich an sich jeder selbst aussuchen. Aber es ist schon so, dass, wenn ich jetzt irgendwas total beschissen finden würde, dann würde ich das auch sagen. Aber das ist nicht so. Die wissen schon alle was sie anziehen können und was nicht. Die kommen aber auch oft automatisch und fragen mich ob’s gut aussieht.

Geht ihr zusammen shoppen?

Mit dem Franz war ich schon öfter shoppen,  aber sonst mit den Anderen eigentlich nicht.

Wer hat die schicken Trainingsanzüge ausgesucht. Warum in rot?

Ich! (Tiemo zündet sich ne Zigarette an) Wir wollten die Trainingsanzüge für den Nightliner. Und weil wir typische, klassische Anzüge wollten, die von ADIDAS alle angeschaut und fand die ganzen Standardanzüge langweilig. Dann hab ich mich für die abgefahrenste Farbkombination entschieden und das war halt rot mit neonorange.


Was empfindest du, wenn du sich selbst im Radio hörst, oder dich im Fernseh siehst. Guckst bzw. hörst du dir das an?

Jajaja schon oft. Jetzt inzwischen nicht mehr so sehr, aber am Anfang oft. Hab ich aber eigentlich gar nichts bei empfunden. Sondern immer nur geguckt, ob man das was ich in dem Moment sagen wollte, auch so verstanden hat Ein bisschen analysiert und versucht was draus zu lernen. Am Anfang ist es immer komisch sich zu sehen und zu hören, aber mit der Zeit hab ich mich voll daran gewöhnt. Jetzt guck ist es eigentlich nur noch an, wenn es irgendwas besonderes war. Wenn die KIDS dabei waren, oder es etwas war, was wir vorher noch nie gemacht haben, dann guck ich es nochmal an, aber sonst eigentlich nicht.

Was macht für dich einen richtigen Künstler aus?

Das ist schwer. Ich leg halt Wert drauf, dass jemand seine Sachen selbst schreibt. Das ist für mich besonders wichtig. Wobei, dass kann man so direkt gar nicht sagen. Es kommt auch darauf an, was dieser Künstler selber sagt. Ich leg Wert drauf, wenn man behauptet, dass man selbst schreibt, dass man es dann auch tut. Dass man es aus einem Grund tut, der nicht unbedingt Geld ist, oder Ruhm, oder sonst irgendwas… – sondern, dass man es, wenn man Musik macht, der Musik wegen tut. Oder wenn man Maler ist, das Malens willen und dann auch nicht sofort Kompromisse eingeht, weil es dann leichter wäre. Das sind Künstler die ich schätze und was ich auch bei mir selber versuche durchzuziehen.

Hat sich das Verhältnis zu deinen Freunden und deiner Familie verändert, seit dem du professionell Musik machst?

Überhaupt nicht. Weil ich mich auch nicht großartig verändert habe, außer eines natürlichen Älter werdens. Hat sich auch das Verhältis überhaupt nicht verändert. Bei meinen Eltern vielleicht ein bisschen, weil mein Vater erleichtert war, dass es doch irgendwas gibt, was ich kann – aber sonst glaub ich nicht.

Hast du keine andere Talente, außer der Musik? 

Es wäre schwierig ein Studium zu finden, weil ich einfach ne faule Sau bin, wenn mich etwas nicht hunderprozentig bewegt, wie es die Musik tut. Und deswegen hab ich mich in der Schule, ich würde mal sagen, aber der neunten Klasse nicht mehr wirklich angestrengt und nur noch das Nötigste getan. Ich mach die Schule halt, aber Spaß hab ich keinen dabei. Es gibt genug Sachen, die mich Interessieren und ich hätte auch bestimmt andere Sachen machen können.. Meine Eltern haben sich schon manchmal gefragt „Was macht dieser Junge eigentlich? Warum lernt der nix?“ Und dann irgendwann haben Sie gemerkt, okay deswegen macht er nichts, weil er etwas Anderes gefunden hat, dass ihn bewegt. Aber wie gesagt, dass ist auch mehr so im Spaß gesagt, weil ich glaub, dass meine Eltern wussten, irgendwas wird schon aus mir werden.

Was hättest du gemacht, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte?

Weiß ich überhaupt gar nicht! Es gab Ideen. Ich wollte Psychologie studieren, zum Beispiel, weil ich es total interessant finde. Aber ich hätts mit meinem Abi nicht machen können – zumindest nicht direkt. 

Es gibt auch sonst viele Bereiche für die ich mich interessiere. Zum Beispiel: Filmschnitt, Filmzeug, Fotos… Es gibt ganz viel, was mir Spaß macht, aber ich hab mir die Frage irgendwie gar nicht gestellt – sondern ich habs einfach gemacht. Und selbst wenn es jetzt, irgendwann mit der Musik nicht mehr laufen würde, würde ich dann auch wieder irgendwas finden, aber ich wüsste jetzt auch nicht was…

Habt ihr vor den Auftritten ein Ritual?

Wir brüllem rum! Wir brüllen immer „Von Moment zu Moment“, jetzt auf der „Für den Moment Tour allerdings nur. Davor haben wir immer etwas anderes gebrüllt. Das ist das einzigste Ritual, eigentlich. Sonst ist es nur wichtig, dass wir beieinander sind. Zusammen Spaß haben – und nicht verteilt sitzen und nichts miteinander reden, oder sowas und das ist eigentlich auch schon so eine Form von Ritual. Was aber ganz automatisch ist, weil wir inzwischen, irgendwie alle beste Freunde geworden sind.

Auf was könntest du auf der Bühne am ehesten verzichten?

(Tiemo lacht) Das ist ja ne geile Frage! (überlegt kurz) Auf die Handtücher! (Ich plapper einfach mal unhöflich dazwischen ^^ „Ich hab alle Standtardfragen gestrichen“)

Auf die Handtücher könnte ich am meisten verzichten, die benutze ich fast nie. Im seltensten Fall. Es liegt zwar immer eins da, aber ich habs so gut wie nie benutzt.

Schwitzt du nicht?

Ob ich nicht schwitze?! Doch, ich schwitze schon, aber keine Ahnung – ich habe nie das Bedürfnis danach, dieses Handtuch zu nehmen und mich abzutrocknen – ich weiss auch nicht.

Ist es ein Unterschied, ob man im Sommer auf Festivals oder im Winter in großen Hallen spielt?

Ja, es ist schon ein Unterschied. Also, die Stimmung ist ganz anders. Dann kommt es natürlich darauf an, ob es Tag oder Nacht ist. Im Sommer, zum Beispiel funktionieren beim Publikum immer positive Songs besser und im Winter wollen die Leute aber gerade die Melancholie und so von der Bühne hören. Ich glaube es macht schon einen riesen Unterschied.

Was steht für dich im Mittelpunkt, wenn du nicht auf Tour bist?

(Überlegt) Schwer. Also die Musik sowieso, aber sonst einfach meine Freunde. Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Ich könnte ja nichts schreiben, wenn ich nichts erleben würde und dadurch versuche ich mir auch immer Spontanität zu erhalten und auch mal was zu machen, wo ich jetzt vielleicht nicht unbedingt Bock drauf habe, aber irgendjemand sagt, „Komm doch mal dahin mit“ und dann sag ich ja cool, mach ich jetzt, vielleicht lern ich irgendwas dabei. Also, ich leg dann trotzdem Wert aufs Musik machen, aber sonst wie gesagt hauptsächlich Zeit mit meinen Freunden und überhaupt mir interessanten Menschen zu verbringen.

Arbeitest du schon am 3. Album?

Immer!

Wie geht’s voran?

Ich weiß es nicht. Also jetzt nach der Tour, wird es zum ersten Mal so sein, dass ich mir wirklich ganz bewusst hinsetze und schaue, was ich die letzten Monate so geschrieben habe und dann schauen, ob mir irgendwas besonders gut gefälllt – oder irgendwas gar nicht mehr gefällt. Das ist dann wirklich das erste Mal, dass ich ganz bewusst daran arbeite, aber schreiben tue ich eigentlich die ganze Zeit – immer und überall. Deswegen arbeite ich da auch schon dran, seitdem das letzte Album rausgebracht wurde.

Hast du eine Prognose, in welche Richtung es gehen wird?

Nee, überhaupt nicht!

Wird es ein Reagge Album? Ich hoffe nicht!

Nein, es wird auf gar keinen Fall ein Reagge Album. Es wird sound technisch weder wie das Erste, noch wie das Zweite. Was es von den Texten wird, kommt drauf an, was ich noch so erlebe. Keine Ahnung! Es wird auf jeden Fall, insgesamt anders als die ersten beiden Alben, aber nicht völlig anders, sondern einfach nur mit einer natürlichen Entwicklung!

(Ich gestehe, dass ich den Reagge Part, anschließend an „Unwiderstehlich“ total schrecklich finde, weil es meiner Meinung nach das Lied bzw. die Stimmung kaputt macht und Tiemo meint, ich wäre eine der wenigen, die es nicht abfeiert) 

Kannst du noch mal ein bisschen etwas über die zweite Band von deinem Label  erzählen – „My little rockstar dream“?! Man hört immer nur etwas von den Kids of Adelaide.

Der Kontakt mit „My little rockstar dream“, ist mehr oder weniger dadurch entstanden, weil Kilian in dem Studio arbeitet, indem ich aufnehme und Kilian ist der Frontsänger und auch ein Freund von mir geworden – der hat dann auch die Akustik Tour mitgespielt, als Matze nicht konnte. Der hat eben seine EP rausgebracht und mich gefragt, ob es mir gefällt und mir hats gefallen und er braucht ein Lable und dann sind die da drauf gekommen. Ich bin da aber auch nicht so intensiv am Start, wie bei den KIDS. Die KIDS hab ich wirklich ganz bewusst angehört und gesagt, „Ich möchte jetzt mit denen arbeiten“ und bei „My little rockstar dream“ wars eben, in erster Linie ein Gefallen. Find ich zwar auch geil, aber ich bin da halt nicht so involviert wie bei den KIDS und ich könnte die jetzt auch nicht mit auf Tour nehmen, weil sie einfach völlig anders klingen. Ja. „My little rockstar dream“ bleiben sicher noch ne Weile bei uns, aber wie gesagt auf Tour gehen, kann ich halt leider nicht mit denen und mit den KIDS halt schon.

Warum findet die Record Release Party zu dem LIVE Album in Berlin statt und nicht in Stuttgart?

Weil das ursprünglich in Stuttgart geplant war. Der Club in dem wir das machen wollten aber schließt, oder dann doch nicht schließt und uns das dann irgendwann einfach zu unsicher war, Ich hab in Berlin definitiv mehr Fans als in Stuttgart und deswegen ist es auch ga nicht so schlimm, das in Berlin zu machen. Wie gesagt, dass war in Stuttgart geplant, wenn der Club noch existiert, dann ist es schade, dass wir es nicht in Stuttgart machen, wenn er nicht mehr existiert, bin ich froh, dass wir es umbesetzt haben.

Wieso hast du in Berlin mehr Fans, als in Stuttgart?

Das weiß ich nicht. Das hat sich irgendwie so mit der Zeit entwickelt. Man kann das ja auf Facebook immer so schön sehen und da sind es auf jeden Fall mehr in Berlin, als in Stuttgart. Vielleicht auch dadurch, dass Radio Fritz mich dort ziemlich pushed, oder einfach nur überhaupt spielt. Das könnte ich mir vorstellen, dass das auch ein Grund ist – und der „Mädchen aus Berlin“ Song.



Obwohl ich von Sebastian (Tiemos Manager) extra diesen schicken Aufkleber bekommen habe (Genehmigung während der ersten 4 Songs Fotos zu machen), hab ich die Gelegenheit nicht ausgenutzt. Für die Lichtverhältnisse in der „Alten Seilerei“ war meine Kamera einfach nicht geeignet.

Abgesehen davon, dass es in der Location verdammt kalt war (meiner Meinung nach) war es wie immer ein geiles Konzert. Keine sensationellen Ereignisse. Statt Matze, war Christian mit dabei und es gab wie gewohnt 2 Zugaben (Schläfst du schon & Ich habe etwas).

Nach dem Konzert wurden dann erstmal Alle nach draußen geschickt, weil in der Halle für irgendeine Party umgebaut werden musste. Die Fans die noch ein Autogramm oder Souvenirs vom Merch Stand haben wollten, durften sich dann vor der Tür noch mal anstellen. In kleinen Gruppen, wurden die wartenden Fans, dann von der Security in den Eingangsbereich gelassen und ziemlich schnell auch wieder nach draußen geschickt. 



Obwohl ich ja schon „massig“ Autogrammkarten von Tiemo habe, hab ich mich noch mal in die Schlange gestellt. Außerdem musste ich an dem Abend endlich mal die Gelegenheit nutzen, das Debut Album „HOME“ der Kids of Adelaide mitzunehmen. Besser spät als nie! 

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